Digitale Vernetzung statt Insellösungen –
Wie eine Tischlerei ihre gesamte Produktion intelligent verbindet
Die Digitalisierung im Tischlereibereich bedeutet heute weit mehr als einzelne CNC-Maschinen oder moderne CAD-Programme. Das eigentliche Potenzial entsteht dann, wenn sämtliche Systeme miteinander kommunizieren und Informationen ohne Medienbrüche durch den gesamten Betrieb fließen.
Viele Unternehmen arbeiten heute mit einer Vielzahl spezialisierter Lösungen unterschiedlicher Hersteller – vom CAD-System über Platten- und Kantenlager bis hin zu Zuschnittanlagen, CNC-Maschinen oder ERP-Systemen. Häufig entstehen dadurch Insellösungen, bei denen Informationen mehrfach gepflegt werden müssen oder nicht überall aktuell verfügbar sind.
Genau hier setzt das Projekt an.
Im Mittelpunkt steht das ERP-/MES-System Zentro, das als zentrale Informationsplattform sämtliche Daten zusammenführt und zwischen den unterschiedlichen Systemen vermittelt. Dabei spielt es keine Rolle, von welchem Hersteller die jeweilige Maschine stammt. Die Kommunikation erfolgt herstellerunabhängig, wodurch der Betrieb langfristig flexibel bleibt und einzelne Maschinen jederzeit ersetzt oder erweitert werden können, ohne die gesamte Prozesslandschaft neu aufbauen zu müssen.
Praxisbeispiel: Tischlerei Grömmer
Die Tischlerei Grömmer beschäftigt rund 50 Mitarbeiter und ist vorwiegend im Objektbau tätig. Digitalisierung und Automatisierung sind dort seit Jahren fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Gemeinsam mit Zentro wurde die Fertigung schrittweise weiterentwickelt und kontinuierlich optimiert.
Im jüngsten Ausbauschritt gelang es Produktionsleiter Markus Hamedinger gemeinsam mit Zentro, durch die intelligente Nutzung von Material- und Fertigungsparametern den Automatisierungsgrad weiter zu erhöhen und den internen Aufwand in der Arbeitsvorbereitung sowie in der Produktion nochmals deutlich zu reduzieren.
Im Betrieb arbeiten heute zahlreiche Systeme unterschiedlicher Hersteller nahtlos zusammen:
- CAD SWOOD und AutoCAD
- Plattenlager von Barbaric
- Zuschnitt mit Schelling
- Kantenlager via Tapio Material
- Kantenbearbeitung mit Homag
- CNC-Bearbeitung mit Homag
- ERP/MES von Zentro
Anstatt jedes System separat zu verwalten, übernimmt Zentro die Rolle der zentralen Datendrehscheibe. Sämtliche Informationen werden systemübergreifend zusammengeführt, verarbeitet und automatisiert an die jeweils benötigten Maschinen und Anwendungen verteilt.
Zentrale Stammdaten statt Mehrfachpflege
Artikel- und Materialstammdaten werden ausschließlich im ERP gepflegt. Von dort werden sie automatisch an alle angeschlossenen Systeme wie SWOOD, Barbaric, Schelling oder Tapio verteilt.
Dadurch entstehen keine doppelten Datenbestände. Änderungen stehen allen beteiligten Systemen unmittelbar zur Verfügung und müssen nur ein einziges Mal vorgenommen werden.
Intelligente Materialverwaltung
Auch im Bereich Lagerlogistik übernimmt Zentro die zentrale Koordination.
Die eigentliche Bestandsführung erfolgt direkt in den jeweiligen automatischen Lagersystemen, beispielsweise bei Barbaric oder Tapio. Diese melden ihre Lagerstände laufend an das ERP zurück. Dadurch steht jederzeit ein aktueller Gesamtüberblick über sämtliche Materialbestände hausintern zur Verfügung.
Wareneingänge können direkt beim jeweiligen Maschinenlager erfasst werden. Zentro übernimmt diese Informationen automatisch und stellt sie für Materialdisposition, Verfügbarkeitsabfragen und Auswertungen bereit.
Zusätzlich werden Materialbedarfe aus unterschiedlichen Quellen – CAD-System, Maschinenoptimierung und manuellen Stücklisten – zentral zusammengeführt. Darauf aufbauend erstellt das ERP systemübergreifende Bestellvorschläge.
Ein Expertensystem entlastet die Arbeitsvorbereitung
Ein wesentlicher Bestandteil der Lösung ist ein regelbasiertes Expertensystem innerhalb von Zentro. Bereits in der Konstruktion werden die relevanten Materialparameter eines Bauteils
festgelegt. Diese Informationen übernimmt Zentro und ergänzt sie mithilfe des integrierten Expertensystems um alle für die Fertigung notwendigen Angaben. Aus Materialtyp, Materialstärke und weiteren Eigenschaften werden automatisch die passende Kantenbelegung, Übergänge sowie die erforderlichen Maschinenparameter abgeleitet.
Das System wählt also abhängig von Trägermaterial, Kantenwerkstoff, Kleber oder weiteren Materialeigenschaften selbstständig:
- geeignete Kantenmaterialien auswählen,
- Übergänge definieren,
- Maschinenparameter erzeugen,
- Kantenbelegungen berechnen,
- Kantenbearbeitung mit Homag
- Bearbeitungsstrategien festlegen.
Anschließend erzeugt Zentro selbstständig die benötigten Kantenprogramme und stellt sie der jeweiligen Maschine automatisch zur Verfügung. Der Maschinenbediener arbeitet dadurch jederzeit mit den aktuellsten Programmen, ohne diese manuell auswählen oder übertragen zu müssen. Auch bei neuen Maschinen – beispielsweise der Homag KLM – werden die erforderlichen Teile- und Maschinenparameter automatisch generiert.
Das im Unternehmen aufgebaute Fertigungs-Know-how steckt damit nicht mehr ausschließlich in den Köpfen einzelner Mitarbeiter, sondern ist zentral im Expertensystem hinterlegt. Dadurch sinkt der Schulungsaufwand, Fehler werden reduziert und neue Mitarbeiter können schneller produktiv arbeiten. Außerdem reduziert man dadurch Routinearbeiten erheblich und entlastet die Arbeitsvorbereitung, während gleichzeitig eine einheitliche und fehlerfreie Datenbasis entsteht.
Ein besonderer Vorteil: Das Expertensystem kann vom Betrieb selbst erweitert und an neue Anforderungen angepasst werden, ohne auf einen Softwareentwickler angewiesen zu sein.
Die richtige Information zur richtigen Maschine
Auf Basis der Bauteileigenschaften entscheidet Zentro automatisch, welche Maschine den jeweiligen Auftrag optimal bearbeiten kann. Dabei werden unter anderem Parameter wie Materialtyp (Massivholz oder Plattenwerkstoff), Materialstärke oder weitere fertigungstechnische Eigenschaften berücksichtigt.
So werden Bauteile an die dafür beste geeignete Maschine übergeben. Durch diese automatische, regelbasierte Maschinenzuordnung werden Produktionsdurchlaufzeiten verkürzt und der Durchsatz erhöht – ohne dass Mitarbeiter zusätzliche Entscheidungen treffen oder Arbeitsabläufe anpassen müssen. Gleichzeitig kann aber auch jederzeit diese Berechnung manuell übersteuert werden, wenn dies die Fertigung erfordert.
Die erzeugten Produktionsdaten werden automatisch an die entsprechenden Anlagen verteilt. Programme für CNC-Maschinen stehen dabei zentral per Webservice zur Verfügung und können anhand der Teile-ID direkt an der jeweiligen Maschine abgerufen werden.
Auch Optimierungsdaten der Zuschnittanlagen sowie Rückmeldungen der Maschinen werden wieder in das ERP übernommen und stehen dort für Planung, Nachkalkulation und Auswertungen zur Verfügung.
Transparenz über den gesamten Fertigungsprozess
Neben Materialdaten verwaltet Zentro auch sämtliche Arbeitsgänge der Produktion. Maschinen melden Fertigstellungen automatisch an das ERP zurück – je nach Hersteller über Datenbanken, Statusdateien oder Webservices. Dadurch entsteht ein aktueller Fertigungsstatus bis auf Einzelteilebene.
Wichtig ist auch, dass die Statusinformationen nicht bei der Maschinenbearbeitung enden, sondern auch in den nachgelagerten Prozessen auf Teile oder Baugruppenebene vom Handwerker direkt in das System gemeldet werden können.
Mitarbeiter können jederzeit den Bearbeitungsstand eines Bauteils abrufen. Zusätzlich lassen sich Soll- und Ist-Zeiten vergleichen sowie Qualitätssicherungsdaten oder Fertigmeldungen aus Bankraum und Verpackung erfassen.
Herstellerunabhängigkeit schafft Investitionssicherheit
Ein besonderer Vorteil dieses Ansatzes liegt in der Offenheit des Systems. Zentro verbindet Maschinen und Lagersysteme unterschiedlichster Hersteller in einer gemeinsamen Prozesslandschaft. Bestehende Investitionen bleiben erhalten und neue Maschinen können unabhängig vom Hersteller integriert werden.
Das Unternehmen bleibt dadurch flexibel und kann seine Produktion kontinuierlich weiterentwickeln, ohne sich an einen einzelnen Maschinenlieferanten zu binden.
Digitalisierung mit messbarem Nutzen
Das Projekt zeigt, dass Digitalisierung nicht in möglichst vielen Einzelprogrammen besteht, sondern in deren intelligenter Vernetzung. Durch die zentrale Datenhaltung, automatisierte Informationsflüsse und ein regelbasiertes Expertensystem werden Routinearbeiten reduziert, Fehlerquellen minimiert und vorhandenes Wissen dauerhaft im Unternehmen verfügbar gemacht.
Die Mitarbeiter erhalten jederzeit aktuelle Informationen, Maschinen arbeiten mit konsistenten Daten, und Entscheidungen werden auf einer gemeinsamen Informationsbasis getroffen. So entsteht eine durchgängige digitale Prozesskette – von der Konstruktion über Materialwirtschaft und Produktion bis hin zur Fertigmeldung und Auswertung.
Success Stories unserer Kunden.
SCHREINEREI
“Mit Zentro haben wir endlich alle Informationen an einer Stelle. Jeder weiß genau, welchen Stand ein Auftrag hat und was als Nächstes ansteht. Das erleichtert unseren Alltag enorm.”
Heiko Moldaschl
Juniorchef und Werkstattleiter
Schreinerei Moldaschl
Patrick Fleig
Technischer Geschäftsführer
Schreinerei Moosmann
BAU- und MÖBELTISCHLER
"Es funktioniert alles mindestens so wie versprochen und besser, als wir es uns gedacht haben."
Franz Hackl sen.
Geschäftsführer
Tischlerei Hackl
SCHREINEREI
"Der größte Vorteil von Zentro ist für uns, dass alle Prozesse in einer Oberfläche abgebildet sind. Dadurch entsteht eine Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Aufträge. Ich habe mich für Zentro entschieden, weil es für mich das beste Programm auf dem Markt ist."
Rüdiger Huschle
Geschäftsführer
Schreinerei Huschle
OBJEKTAUSSTATTER
“Wir waren lange auf der Suche nach einer Lösung, die unsere Ansprüche hinsichtlich Innovation, Flexibilität, Transparenz und Einfachheit in der Bedienung abdecken kann. Zentro Go konnte unsere individuelle Anforderung zu 100 % erfüllen.”